Nach zwei Wochen des gebannten Starrens auf Zahlen, Nacharbeiten von einigen Rechtschreibfehlern, nehmen wir uns am heutigen Montag endlich Zeit, um mit Euch hinter die Kulissen des sisterMAG zu schauen. Auf Twitter gab es ab und an einen Instagram-Schnappschuss über die Herstellung der einzelnen Teile, jedoch wollen wir Euch die vielen Bilder, die noch in meinen digitalen Schubladen liegen, nicht vorenthalten.
Natürlich müssen wir uns als erstes das Cover genauer anschauen. Warum dieser ausladende Rock? Woraus ist der eigentlich gefertigt? Und wer hat mitgewirkt an der Entstehung dieses einen Bildes?
Die Mitwirkenden
Die Idee!
Sehr früh hatte ich die Idee, dass ich gern die frühen Unterstützerinnen und Leserinnen auf dem Cover abbilden würde. Jedoch kenn man wohl die ästhetisch eher fragwürdigen Crowdsourcing-Aktionen großer Marken und so wollte ich auch kein Cover mit 10×10-Pixel-großen Fotos von Gesichtern. Daher entstand der Gedanke, die eingeschickten Bilder in einem Kleid zu verarbeiten und somit sowohl etwas Schönes zu zeigen, aber gleichzeitig die Gemeinschaft der Schwestern im Geiste zu zeigen (klingt alles sehr pathetisch ;). Ganz so pathetisch war die eigentliche Arbeit dann mitnichten. Froh ob all der Einsendungen mit wunderbaren Bildern aus allen Ecken der Welt, füllte sich mein Postfach schnell und der erste Schritt war die Bearbeitung aller Bilder und Konvertierung in Schwarz-Weiß-Fotografien.

Inspirationen zum Kleid
Beim Spaziergang durchs Web bin ich schon häufig auf wunderbare Papierkonstruktionen gestoßen – ob als Schaufensterdekoration, als Statement in der Sustainable-Bewegung gegen die Modeindustrie oder als Showcase für außerordentliches handwerkliches Können. Einige meiner Favoriten speicherte ich sofort auf Gimmebar (Warum? Damit nicht alle 1000 Pinterest-Follower sofort sehen, was ich vorhabe ;). Ich bin sehr froh, dass sie am Ende wirklich nur als Inspiration dienten und unser Endkleid ganz anders aussieht, jedoch braucht man stets Moodboards und Bilder, die man anstarren kann – damit man es am Ende macht, wie man selbst es möchte!

Umsetzung

Einen ganzen Tag werkelten ein paar sehr (!) hilfsbereite Freunde und ich am Papierrock. Zunächst druckte ich die Bilder auf A3-Packpapierbahnen aus (etliche Papierstaus inklusive). Diese wurden dann papiertütenähnlich gefaltet, jedoch unten offengelassen und mit einer Zackenschere am unteren Rand “versäubert”. In unterschiedlichen Größen gefertigt, klebten wir diese dann mit etlichen Stangen Heißkleber auf die Rockunterkonstruktion. Diese hatten wir aus Baumarktmaterialien – Draht, Gurt und Packpapierklebeband – ebenfalls selbst gefertigt. Die Bilanz des Tages: 4 Rollen Packpapier verarbeitet, 2 1/2 Brandblasen vom Heißkleber und jede Menge Lacher wie auch Stirnrunzler!
In der Nacht bugsierten wir das riesige Ding sodann ins Auto, welches dadurch gleich voll bis obenhin war. Es stand zunächst der Transport zur Corsagen-Schneiderin an.

Die Corsage wurde nun wieder von einem wunderschönen Kleid von Bottega Veneta Herbst 2011 inspiriert – das berühmte Emma-Watson-Roter-Teppich-Kleid – und besteht aus einem schweren, braunen, groben Stoff. Die Corsage ist nur minimal verstürzt, um eben jenen Effekt des Unfertigen und Rauhen hervorzurufen.
All die Teile wieder ins Auto bugsiert und bei -10°C in den Süden Deutschlands nach Stuttgart transportiert, wo das Covershooting Anfang Februar stattfand. Auch hier halfen uns wieder wunderbare (neue) Freunde und Verwandte: Julia verwandelte unsere Groß-Groß-Cousine Tamara mit einem strengen Nackenknoten und dunklen Augen-Makeup ins Cover-Model. Ein großer Dank geht auch an Evi, die nach einem anstrengenden Tag Shooting mit unseren Outdoorjacken (Post folgt noch) noch einmal hinter die Kamera verschwand, Lichter verrückte und uns die beiden tollen Varianten für englische und deutsche Ausgabe lieferte.

Das Ende und Ausblick
Den Rock gibt es noch! Ein wenig zerknittert und lädiert vom winterlichen Transport fristet er zur Zeit ein recht trostloses Dasein in meinem Keller. Aufheben wollen wir ihn, denn er ist das schönste Erinnerungsstück an unsere erste Ausgabe. Stecken doch so viele Erinnerungen, soviel Zeit und Liebe und so viel Unterstützung darin! Danke an alle, die Bilder geschickt, mitgebaut, mittransportiert – die mitgemacht haben!
Für Ausgabe zwei steht das Konzept auch schon. Natürlich wird es ganz anders und doch wieder viel Arbeit – denn, es muss sich alles ändern, damit es bleibt, wie es ist [Tomasi di Lampedusa – italienischer Schriftsteller].